The­ra­pie­mög­lich­kei­ten

The­ra­pie­mög­lich­kei­ten

Die Ant­wort ist ein kla­res Nein! Es gibt kei­nen zwin­gen­den medi­zi­ni­schen Grund für eine The­ra­pie bzw. eine ope­ra­ti­ve Ent­fer­nung (Exzi­si­on). Die Ein­stel­lung zu die­ser Fra­ge hat sich in den letz­ten 20 Jah­ren deut­lich ver­än­dert. Frü­her hieß es oft, man müs­se KMN (sogar klei­ne­re!) unbe­dingt ent­fer­nen, da sie ein hohes Risi­ko hät­ten, dass sich im Lauf des Lebens im Bereich des Mut­ter­mals ein Mela­nom ent­wi­ckelt. Heu­te wis­sen wir auf­grund genaue­rer Stu­di­en mit sehr viel grö­ße­ren Grup­pen von Pati­en­ten, dass die­ses Risi­ko in Wahr­heit längst nicht so hoch ist. Außer­dem beschränkt es sich weit­ge­hend auf so genann­te Rie­sen­nävi und ist auch bei die­sen nicht so hoch wie man frü­her glaub­te. Nun könn­te jemand ein­wen­den, dass man dann doch zumin­dest die­se Rie­sen­nävi kom­plett ent­fer­nen müsste.

Dazu ist zu sagen, dass das Risi­ko einer Mela­no­m­e­nt­wick­lung sich selbst bei einer voll­stän­di­gen Ent­fer­nung aller sicht­ba­ren Nävus­an­tei­le nicht kom­plett besei­ti­gen lässt, da Mela­no­me auf Rie­sen­nävi zum Teil von tie­fe­ren Gewebs­schich­ten aus­ge­hen. Wenn wir nun abwä­gen zwi­schen Auf­wand und Risi­ken aus­ge­dehn­ter, mehr­fa­cher Ope­ra­tio­nen und dem Vor­teil, den man damit erreicht, sieht die Bilanz für eine Ope­ra­ti­on eher ungüns­tig aus. Daher ist die Mehr­heit der Ärz­te, die sich inten­siv mit der Krank­heit beschäf­ti­gen, heu­te der Mei­nung, man soll­te das Für und Wider mit den Eltern sorg­fäl­tig bespre­chen, sie aber kei­nes­falls aus Grün­den der Mela­nom­pro­phy­la­xe zu einer Ope­ra­ti­on drängen.

Etwas ganz ande­res ist die Fra­ge, wie das Kind mit der Auf­fäl­lig­keit wird umge­hen kön­nen, die das Mut­ter­mal mit sich bringt. Es ist durch­aus nach­zu­voll­zie­hen, wenn sich Eltern aus die­sem Grund für eine Ope­ra­ti­on ent­schei­den. Man soll­te sich aber über den Grund im kla­ren sein, aus dem man sich zu einer Ope­ra­ti­on ent­schei­det und nicht die Fra­ge des Melanom­ri­si­kos mit dem Wunsch nach opti­scher Kor­rek­tur ver­wech­seln oder vermengen.

Die ein­zi­ge Mög­lich­keit, den kon­ge­ni­ta­len Nävus zu besei­ti­gen, ist eine chir­ur­gi­sche Ent­fer­nung (Exzi­si­on), die in der Regel in Nar­ko­se erfolgt. Bei gro­ßen Nävi kön­nen meh­re­re Ope­ra­tio­nen in Abstän­den von Mona­ten bis Jah­ren erfor­der­lich sein. Für sehr gro­ße Nävi ist eine voll­stän­di­ge Ent­fer­nung unter Umstän­den nicht mög­lich. Daher ent­schei­den sich vie­le Pati­en­ten bzw. ihre Eltern statt einer Ent­fer­nung dafür, den Nävus ledig­lich zu beob­ach­ten. Klei­ne­re Nävi kön­nen rela­tiv ein­fach ope­ra­tiv ent­fernt wer­den. Bei grö­ße­ren Nävi muss die ent­fern­te Haut aber durch ande­re Haut ersetzt wer­den. Dies kann durch eine Haut­ver­pflan­zung von einer ande­ren Kör­per­stel­le (Trans­plan­ta­ti­on) oder durch eine Deh­nung benach­bar­ter Haut erfolgen.

Zum Teil wer­den hier­für auf­blas­ba­re Expan­der ver­wen­det, die bereits eini­ge Zeit vor der Ope­ra­ti­on unter die Nach­bar­haut ein­ge­setzt wer­den, um die­se all­mäh­lich vor­zu­deh­nen. Eine gewis­se Auf­hel­lung der Nävus­haut kann durch eine im frü­hen Säug­lings­al­ter erfol­gen­de Schlei­fung oder mecha­ni­sche Abschä­lung der obers­ten Haut­schicht erreicht wer­den. Hier­durch lässt sich der Nävus aber nicht voll­stän­dig ent­fer­nen, da Nävus­zel­len in tie­fe­ren Haut­schich­ten ver­blei­ben. Laser oder che­mi­sche Schäl­mit­tel kön­nen allen­falls zu einer leich­ten Auf­hel­lung füh­ren. Eine genaue­re Über­sicht über die The­ra­pie­ver­fah­ren gibt es in den fol­gen­den Absätzen.

Ein klei­ne­rer Nävus kann in ört­li­cher Betäu­bung mit dem Skal­pell her­aus­ge­schnit­ten und die Wund­rän­der dann wie­der mit­ein­an­der ver­näht wer­den. Dies bezeich­net man als Exzi­si­on. Es ent­steht eine Nar­be. Die ent­ste­hen­de Nar­be besteht aus Bin­de­ge­we­be, das sich in Far­be und Struk­tur von der nor­ma­len Haut unter­schei­det. Direkt nach einer Ope­ra­ti­on kann sich eine Nar­be noch ver­än­dern, erst nach ca. einem Jahr hat sie unge­fähr das Aus­se­hen, das sie auch danach behal­ten wird.

Nar­ben kön­nen berüh­rungs- und schmerz­emp­find­lich sein oder zu über­schie­ßen­dem Wachs­tum nei­gen (hyper­tro­phe Nar­be, „Wulst­nar­be“, Keloid). Im Fall einer hyper­tro­phen Nar­be kann man mit spe­zi­ell ange­pass­ten Kom­pres­si­ons­bin­den- oder ‑anzü­gen über einen län­ge­ren Zeit­raum oft eine Abfla­chung und ein Wei­cher­wer­den errei­chen. Außer­dem kann man ver­su­chen, eine sol­che Nar­be mit kor­ti­son­hal­ti­gen Sal­ben oder Injek­tio­nen wie­der zum Schrump­fen zu bringen.

Bei grö­ße­ren Nävi lässt sich die Haut nach einer Exzi­si­on nicht so weit deh­nen, dass die Wund­rän­der direkt mit­ein­an­der ver­näht wer­den kön­nen. In die­sem Fall wird zunächst nur ein Teil des Nävus ent­fernt, so dass man die Wun­de noch ver­schlie­ßen kann. Wenn die­se Wun­de dann ver­heilt ist, kann man nach ca. einem hal­ben Jahr den nächs­ten Teil des Nävus ent­fer­nen. Bei Kin­dern ist die Haut so elas­tisch, dass sie sich auch meh­ren Exzi­sio­nen anpas­sen kann. Je nach Grö­ße der Flä­che wer­den Exzi­sio­nen in ört­li­cher Betäu­bung oder in Voll­nar­ko­se durch­ge­führt. Bei ent­spre­chen­der Erfah­rung kön­nen mit die­ser Metho­de auch bei gro­ßen Nävi sehr gute Ergeb­nis­se erzielt werden.

Für kon­ge­ni­ta­le Nävi bis zu einem Durch­mes­ser von 10 cm wird häu­fig gera­ten, mit der Exi­si­on zu war­ten, bis das Kind alt genug ist, die Ent­schei­dung sel­ber mit­zu­tref­fen. Da sol­che Nävi nur sehr sel­ten ent­ar­ten (und prak­tisch nie vor der Puber­tät) spielt die­se Befürch­tung kei­ne Rol­le für den Zeit­punkt der The­ra­pie. Nur ein älte­res Kind wird die schmerz­haf­ten Ein­sti­che bei einer ört­li­chen Betäu­bung tole­rie­ren. Außer­dem sind Maß­nah­men wie Wund­pfle­ge und Ver­bands­wech­sel einem etwas älte­ren Kind leich­ter ver­ständ­lich zu machen. Es kann aber z.B. bei einem kon­ge­ni­ta­len Nävus im Gesicht durch­aus gerecht­fer­tigt sein, schon in der frü­hen Kind­heit zu ope­rie­ren, um dem Kind Hän­se­lei­en zu erspa­ren. Ein wei­te­res Argu­ment für eine frü­he Ope­ra­ti­on ist die bes­se­re Wund­hei­lung in jün­ge­rem Alter.

Bei grö­ße­ren kon­ge­ni­ta­len Nävi wird (ins­be­son­de­re wegen der bes­se­ren Wund­hei­lung und höhe­ren Elas­ti­zi­tät der Haut) gera­ten, mög­lichst bereits in den ers­ten Lebens­jah­ren oder sogar im ers­ten Lebens­jahr zu ope­rie­ren. In der Fach­li­te­ra­tur wird dis­ku­tiert, ob bei Ope­ra­tio­nen in Voll­nar­ko­se ins­be­son­de­re vor dem 7. Lebens­mo­nat ein erhöh­tes Risi­ko für Neben­wir­kun­gen der Nar­ko­se besteht. Die Daten hier­zu sind aller­dings zum Teil wider­sprüch­lich und erlau­ben bis­lang kei­ne ver­läss­li­che Emp­feh­lung. Selbst­ver­ständ­lich muss aber auch die­ses The­ma in die Über­le­gung, ob, wann und wie genau ope­riert wird, mit einfließen.

Es gibt zwei Arten von Haut­trans­plan­ta­ten. Voll­haut­trans­plan­ta­te bestehen aus der kom­plet­ten Haut mit allen Schich­ten, die an einer wenig auf­fal­len­den Stel­le her­aus­ge­schnit­ten wird. Die­se kön­nen nur ver­wen­det wer­den, um klei­ne Wund­de­fek­te abzu­de­cken, da man ja auch die Haut­ent­nah­me­stel­le wie­der ver­schlie­ßen muss. Zum Bei­spiel kann man einen Defekt auf der Nase, der sich sonst nicht ver­schlie­ßen lie­ße, mit einem Voll­haut­trans­plan­tat decken, das hin­ter dem Ohr, wo die Haut dehn­ba­rer ist, her­aus­ge­schnit­ten wur­de. Die­se Tech­nik kommt für eini­ge Pati­en­ten mit kon­ge­ni­ta­len Nävi im Gesicht oder an den Armen und Bei­nen in Frage.

Bei Pati­en­ten mit gro­ßen KMN am Ober­kör­per kamen in der Ver­gan­gen­heit so genann­te Spalt­haut­trans­plan­ta­te zum Ein­satz. Dabei wird mit einer Maschi­ne, dem Der­m­atom, die obe­re Schicht von gesun­der Haut abge­tra­gen, häu­fig am Hin­ter­kopf, da die Ent­nah­me­stel­le hier, nach­dem die Haa­re nach­ge­wach­sen sind, nicht mehr sicht­bar ist. Die ent­nom­me­ne dün­ne Haut­schicht kann nun auf rela­tiv gro­ße Wun­den gelegt wer­den, um dort anzu­wach­sen. Das Trans­plan­tat (= die ent­nom­me­ne Haut) und auch die Ent­nah­me­stel­le hei­len jedoch nicht immer gut ab, gera­de bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern, die sich viel bewe­gen. Das Spalt­haut­trans­plan­tat ist weni­ger belas­tungs­fä­hig als nor­ma­le Haut; es ent­hält kei­ne Haa­re, kei­ne Schweiß- und Talg­drü­sen und unter­schei­det sich auch nach dem Anwach­sen in der Struk­tur deut­lich von der umge­ben­den Haut. Bis­wei­len erscheint es wegen sei­ner gerin­ge­ren Dicke gegen­über der Umge­bung ein­ge­sun­ken. Außer­dem lässt sich oft nicht ver­mei­den lässt, dass ein Farb­un­ter­schied zur umge­ben­den Haut zurückbleibt.

Wird Spalt­haut ver­wen­det, um eine Wun­de nach Exzi­si­on eines kon­ge­ni­ta­len Nävus zu ver­schlie­ßen, ist das kos­me­ti­sche Ergeb­nis daher oft ein Kom­pro­miss. Zudem kann ein Ver­schluss mit Spalt­haut nicht an allen Stel­len vor­ge­nom­men wer­den. Bei Stel­len mit beson­de­rer mecha­ni­scher Belas­tung (z.B. auf Höhe des Gür­tels, über Gelen­ken oder an Hand- und Fuß­flä­chen) kann das Haut­trans­plan­tat leicht ein­rei­ßen oder die Beweg­lich­keit einschränken.

Haut­zel­len kön­nen im Reagenz­glas als so genann­te epi­the­lia­le Auto­grafts ange­züch­tet wer­den. Die­se ver­wen­det man vor allem bei Ver­bren­nungs­op­fern, wo man nur noch wenig nor­ma­le Haut fin­det, die nicht zum Ver­schluss aller Wun­den aus­rei­chen wür­de. Die Anwen­dung von Auto­grafts ist noch pro­ble­ma­ti­scher als die von Haut­trans­plan­ta­ten, erfor­dert lan­ge Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te, bis die Haut ein­ge­heilt ist, und noch mehr als die Haut­trans­plan­ta­te nei­gen Auto­grafts zu Schrump­fun­gen, Brü­chig- und Ris­sig­keit und Infek­tio­nen. Bei eini­gen Pati­en­ten mit gro­ßen Nävi wur­den Auto­grafts ange­wandt, wobei die Ergeb­nis­se zum Teil zufrie­den­stel­lend waren. Mög­li­cher­wei­se wird aber durch eine Wei­ter­ent­wick­lung die­ser Tech­nik in Zukunft ein wesent­lich ver­bes­ser­ter Ver­schluss gro­ßer Wund­flä­chen mög­lich sein.

Die Der­ma­bra­si­on ist eine meis­tens in Voll­nar­ko­se durch­ge­führ­te Abtra­gung der Haut mit einer hoch­tou­rig rotie­ren­den Dia­mant-Frä­se. Die Behand­lung wird in der Regel bereits in den ers­ten Lebens­wo­chen durch­ge­führt, da in die­sem Alter die lang­fris­tig bes­se­ren kos­me­ti­schen Ergeb­nis­se zu erwar­ten sind. Es wird nur die obers­te Haut­schicht (Epi­der­mis) und die direkt dar­un­ter gele­ge­ne Bin­de­ge­webs­schicht abge­tra­gen. Die­se Schich­ten ent­hal­ten einen gro­ßen Teil der pig­ment­bil­den­den Zel­len, wodurch die Haut nach einer Der­ma­bra­si­on erst ein­mal hell ist und das Ziel erreicht zu sein scheint. Gera­de bei grö­ße­ren kon­ge­ni­ta­len Nävi sit­zen wei­te­re Nävus­zel­len jedoch häu­fig viel tie­fer in der Haut. Im Lauf von Jah­ren kommt es sehr oft dazu, dass sich von die­sen Zel­len aus Pig­ment zurück­bil­det (Repig­men­tie­rung) und es an der Haut erneut zu einer sicht­ba­ren, meis­tens ungleich­mä­ßig-sche­cki­gen Braun­fär­bung kommt. Nicht beein­flusst wird auch ein even­tu­el­ler über­schie­ßen­der Haar­wuchs inner­halb des Nävus.

Obwohl es sich bei der Der­ma­bra­si­on um eine rela­tiv ober­fläch­li­che Behand­lungs­me­tho­de han­delt, besteht ein beträcht­li­ches Risi­ko der Nar­ben­bil­dung. Die Anwen­dung auf der Kopf­haut kann dazu füh­ren, dass in dem behan­del­ten Are­al kei­ne Haa­re mehr wach­sen. Eine Der­ma­bra­si­on ist mit gewis­sen Blut­ver­lus­ten ver­bun­den, die in sel­te­nen Fäl­len sogar eine Blut­trans­fu­si­on not­wen­dig machen kann. Schließ­lich muss auch das bei sehr jun­gen Säug­lin­gen erhöh­te Risi­ko für Nar­ko­se­zwi­schen­fäl­le bedacht werden.

Da durch die Der­ma­bra­si­on nur der ober­fläch­lichs­te Teil der Nävus­zel­len ent­fernt wird, bleibt außer­dem ein (gerin­ges) Risi­ko, dass die ver­blie­be­nen Nävus­zel­len spä­ter entarten.
Die Mehr­heit der Ärz­te, die sich inten­siv mit kon­ge­ni­ta­len Nävi beschäf­ti­gen, rät aus all die­sen Grün­den (ins­be­son­de­re wegen Nar­ben­ri­si­ko und feh­len­dem Lang­zeit­erfolg durch Repig­men­tie­rung) von einer Der­ma­bra­si­on ab.
Eine Küret­ta­ge ist die Abtra­gung der obers­ten Haut­schich­ten mit einem ande­ren chir­ur­gi­schen Instru­ment, der Küret­te, einer Art run­dem Skal­pell. Die Theo­rie hin­ter die­sem Ver­fah­ren ist, dass bei Neu­ge­bo­re­nen noch ein rela­tiv zer­brech­li­cher Spalt, eine Art Soll­bruch­stel­le, inner­halb der obers­ten Bin­de­ge­webs­schicht der Haut besteht. Die Schich­ten ober­halb die­ses Spal­tes las­sen sich bei ent­spre­chen­der Erfah­rung eini­ger­ma­ßen sau­ber ablö­sen. Hier­durch kann man mit­tels Küret­ta­ge rela­tiv vie­le Nävus­zel­len ent­fer­nen und hat wegen der Rege­ne­ra­ti­ons­fä­hig­keit der Säug­lings­haut auch bei grö­ße­ren Wund­flä­chen eine recht gute Wund­hei­lung. Die Küret­ta­ge wird seit vie­len Jah­ren von einer bel­gi­schen Kli­nik (de Raeve und Mit­ar­bei­ter) als Behand­lungs­me­tho­de für gro­ße kon­ge­ni­ta­le Nävi pro­pa­giert und weist nach Publi­ka­tio­nen die­ser Grup­pe gute Resul­ta­te auf. Aller­dings gel­ten ähn­li­che Ein­schrän­kun­gen wie für die Dermabrasion.

Den Der­ma­to­lo­gen ste­hen unter­schied­li­che Laser­sys­te­me zur Ver­fü­gung, von denen eini­ge z.B. dafür geeig­net sind, in der Haut gele­ge­nes Pig­ment selek­tiv zu zer­stö­ren (z.B. Rubin­la­ser, Neo­dym-YAG Laser bzw. Alex­an­drit-Laser). Dane­ben gibt es bestimm­te Laser, die eher wie ein sehr fei­nes Skal­pell funk­tio­nie­ren, mit dem man die Nävus­haut schicht­wei­se abtra­gen kann (CO2-Laser). Für die Wirk­sam­keit die­ser letz­te­ren Behand­lung gilt Ähn­li­ches wie für die Der­ma­bra­si­on. Auch hier­bei kommt es teil­wei­se zu einem Wie­der­keh­ren der Far­be (Repig­men­tie­rung).

Eine voll­stän­di­ge Ent­fer­nung des Pig­ment­fle­ckes wird nur sel­ten erreicht, oft aber eine Auf­hel­lung, ins­be­son­de­re mit dem Rubin­la­ser (August et al., Laser_CMN, BJD 2011). Laser­be­hand­lung ist schmerz­haft und muss in ört­li­cher Betäu­bung oder Voll­nar­ko­se erfol­gen, meist in meh­re­ren Sit­zun­gen. Nar­ben­bil­dung kommt in sel­te­nen Fäl­len vor. Zur­zeit kann eine Laser­be­hand­lung von kon­ge­ni­ta­len Nävi noch nicht all­ge­mein emp­foh­len wer­den, die Behand­lung stellt aber vor allem für klei­ne­re Nävi manch­mal eine sinn­vol­le Alter­na­ti­ve dar. Häu­fig macht man oft erst eine Pro­be­lase­rung, um zu schau­en, ob der Laser tat­säch­lich zum Abblas­sen des Nävus führt. Schließ­lich las­sen sich mit eini­gen Laser­sys­te­men auch Haa­re von der Nävus­haut ent­fer­nen (Epi­la­ti­on).

Bei Pati­en­ten mit kon­ge­ni­ta­len Nävi wur­de frü­her zum Teil ver­sucht, durch Pee­ling mit che­mi­schen Sub­stan­zen die obers­ten Haut­schich­ten zu ent­fer­nen, damit die Nävi hel­ler wer­den. Aber auch hier blei­ben Nävus­zel­len zurück, von denen eine Repig­men­tie­rung aus­ge­hen wird. Zudem füh­ren die Sub­stan­zen oft zu einer Haut­rei­zung mit star­ker Rötung, die sich nur lang­sam zurück­bil­det, oder sogar zur Nar­ben­bil­dung. Von sol­chen Behand­lun­gen ist abzuraten.

Haut­ex­pan­der sind mit Flüs­sig­keit gefüll­te Plas­tik­bla­sen, die unter die nor­ma­le Haut neben dem Nävus ein­ge­pflanzt wer­den. Über meh­re­re Wochen wird die Bla­se von außen immer wei­ter gefüllt, was dazu führt, dass die Haut sich aus­dehnt. Wenn genug über­schüs­si­ge Haut vor­han­den ist, kann der benach­bar­te kon­ge­ni­ta­le Nävus aus­ge­schnit­ten und die Wun­de mit der gedehn­ten Haut ver­schlos­sen wer­den. Da es sich um die kom­plet­te Haut mit Haa­ren, Schweiß- und Talg­drü­sen sowie Fett­ge­we­be han­delt, sind die Ergeb­nis­se vom kos­me­ti­schen Stand­punkt her zufrie­den­stel­len­der als z.B. Haut­trans­plan­ta­te. Haut­ex­pan­der eig­nen sich für mit­tel­gro­ße und gro­ße Nävi, zum Teil auch für Rie­sen­nävi. Ins­be­son­de­re Nävi an Kopf­haut, Stirn und Rumpf kön­nen mit die­ser Tech­nik gut ent­fernt werden.

Bei all die­sen Vor­tei­len haben Haut­ex­pan­der auch eini­ge Nach­tei­le. Zum einen ist die Metho­de sehr auf­wän­dig, erfor­dert eine eng­ma­schi­ge ärzt­li­che Kon­trol­le sowie meh­re­re Ein­grif­fe in Nar­ko­se; der Anblick der Expan­der ist für den Zeit­raum des Auf­fül­lens gewöh­nungs­be­dürf­tig, obwohl sie meis­tens von den Kin­dern aus­ge­zeich­net tole­riert wer­den. Zum ande­ren stellt der Haut­ex­pan­der einen Fremd­kör­per dar und dem­entspre­chend kön­nen sich Infek­tio­nen ent­wi­ckeln. Expan­der­chir­ur­gie hat sich aber bei kon­ge­ni­ta­len Nävi in spe­zia­li­sier­ten Zen­tren zum Teil bereits zu einer Rou­ti­ne­me­tho­de ent­wi­ckelt (Arne­ja-Gosain 2009).

Ja, denn ab einer gewis­sen Grö­ße steht nicht mehr genug nor­ma­le Haut zur Ver­fü­gung, um die Wun­den zu ver­schlie­ßen. Auch Haut­ex­pan­der sto­ßen hier an ihre Gren­zen. Der Ein­satz von Spalt­haut­trans­plan­ta­ten oder Auto­grafts ist sogar noch schwie­ri­ger, da sie zu nar­bi­gen Ver­zie­hun­gen nei­gen. Es gibt Per­so­nen, bei denen 80% der Kör­per­ober­flä­che von einem Nävus bedeckt wer­den. Sie ent­schei­den sich in eini­gen Fäl­len für eine Ent­fer­nung kos­me­tisch beson­ders stö­ren­der Antei­le des Nävus, zum Teil aber auch gegen eine Operation.

Gesichts­nävi stel­len ein beson­de­res Pro­blem dar. Denn obwohl die befal­le­ne Haut nur eine rela­tiv klei­ne Flä­che ein­nimmt, ist sie im All­tag immer sicht­bar, im Unter­schied z.B. zu einem Mut­ter­mal am Rumpf, der zum gro­ßen Teil von der Klei­dung bedeckt ist. Auch wenn Gesichts­nävi nur sehr sel­ten ent­ar­ten, ent­schlie­ßen sich vie­le Eltern zu einer Behand­lung. Dabei gilt, was hier für alle The­ra­pie­ver­fah­ren gesagt wur­de: Exzi­sio­nen füh­ren zu Nar­ben, die gele­gent­lich das kos­me­ti­sche Erschei­nungs­bild sogar ver­schlech­tern, ins­be­son­de­re wenn sie zu Ver­zie­hun­gen der Gesichts­pro­por­tio­nen oder einer Beein­träch­ti­gung der Mimik füh­ren. Zudem sind oft Struk­tu­ren mit­be­fal­len, die vom ope­ra­ti­ven Stand­punkt aus rela­tiv kom­pli­ziert sind, wie z.B. Augen­li­der, Nase oder Ohren. In der Regel wird aber mit einer mehr­zei­ti­gen Ope­ra­ti­on eine deut­li­che Ver­bes­se­rung zu errei­chen sein.

Kopf­haut­nävi kön­nen vor allem durch die ver­än­der­te Haar­struk­tur auf­fal­len, wäh­rend der Nävus selbst unter den Haa­ren ver­bor­gen bleibt. Bei einer Exzi­si­on besteht das Risi­ko, dass sich Nar­ben bil­den, auf denen dann kei­ne Haa­re mehr wach­sen. Auch am Kopf haben sich zum Teil Haut­ex­pan­der als hilf­reich erwie­sen. Zu beden­ken ist fer­ner, dass eine Ent­ar­tung bei Kopf­haut­nävi nur sehr sel­ten vor­kommt. Daher ist es oft bes­ser, Nävi der Kopf­haut zu belas­sen und nicht zu operieren.

In die­sem Bereich sind Nävi sehr schwer zu ope­rie­ren, und wer­den oft bes­ser dort belas­sen. Die Haut dort ist sehr emp­find­lich und durch eine Nar­ben­bil­dung kann es spä­ter z.B. zu Pro­ble­men beim Stuhl­gang oder beim Geschlechts­ver­kehr kom­men. In jedem Ein­zel­fall ist es aber sinn­voll, eine geziel­te Stel­lung­nah­me eines erfah­re­nen Kin­der­chir­ur­gen, plas­ti­schen Chir­ur­gen oder Der­mato­chir­ur­gen einzuholen.

Kon­ge­ni­ta­le Nävi an den Armen und an den Bei­nen sind etwas sel­te­ner, ins­be­son­de­re sol­che an den Hän­den oder Füßen. Aller­dings tra­gen Nävi an den Hän­den ähn­li­che Pro­ble­me mit sich wie Nävi im Gesicht: auch sie sind immer sicht­bar und eine Ent­fer­nung aus kos­me­ti­schen Grün­den wird oft gewünscht. Die ope­ra­ti­ven Mög­lich­kei­ten soll­ten dann mit dem Spe­zia­lis­ten bespro­chen werden.

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